Bild: Sustainable Textiles Switzerland
Schweizer Gemeinden beschaffen grosse Mengen an Textilien – von Arbeitskleidung bis hin zu Schutzausrüstung. Mit einem jährlichen Gesamtbeschaffungsvolumen von über 41 Milliarden Franken haben Bund, Kantone und Gemeinden einen grossen Hebel, um sozial gerechte und umweltfreundliche Lieferketten zu fördern. Auf die Frage, wie dieser Hebel bei der Textilbeschaffung genutzt werden kann, gibt Sustainable Textiles Switzerland Schweizer Gemeinden mit einem neuen Leitfaden eine praxisnahe Antwort.
Der Leitfaden richtet sich an Beschaffungsstellen in Schweizer Gemeinden und zeigt, wie Nachhaltigkeit einfach und wirksam in Direktvergaben für Textilien integriert werden kann. Er entstand im Rahmen des Projekts «Gemeinsam für eine verantwortungsvolle Beschaffung» mit Unterstützung des Bundesamtes für Umwelt (BAFU), im Mandat durch ecos sowie in Abstimmung mit ausgewählten Fachexpert:innen. Er basiert auf dem umfassenden Kriterienkatalog für nachhaltige Textilbeschaffung
Der Leitfaden führt in sechs Schritten durch den Beschaffungsprozess: von der Bedarfs- und Marktanalyse über die Auswahl von Nachhaltigkeitskriterien bis hin zur Prüfung der gelieferten Ware. Dabei folgt er einem klaren Zwei-Stufen-Ansatz. Grundlagenkriterien decken universelle Mindestanforderungen ab, die bei jeder Beschaffung gelten sollten. Vertiefende Kriterien ermöglichen es, gezielt höhere soziale und ökologische Standards einzufordern, dort wo der Hebel besonders gross ist.
Konkret werden Kriterien zu fünf zentralen Bereichen beschrieben: Transparenz über die Lieferkette, faire Arbeitsbedingungen, Umweltanforderungen, Klimaschutz sowie Kreislaufwirtschaft. Für jeden Bereich enthält der Leitfaden klare Anforderungen, anerkannte Nachweise und eine Übersicht relevanter Zertifizierungen.
Gemeinden sind eingeladen, die Ziele von STS aktiv zu unterstützen und Mitglied bei STS zu werden. Der Leitfaden ist ein erster, konkreter Schritt, um Nachhaltigkeit im Beschaffungsalltag sichtbar zu machen und damit die Vorbildfunktion der öffentlichen Hand zu stärken.
