Bild: STS 2030
Existenzsichernde Löhne sind ein zentrales Ziel für nachhaltige Textillieferketten. Im Rahmen des Gemeinsamen Engagements «United for Fair Wages» arbeiten mehrere Unternehmen und Organisationen zusammen, um konkrete Fortschritte zu erzielen.
Dieses von STS initiierte Pilotprojekt konzentriert sich in Phase 1 (07/2024-12/2025) auf Vietnam (Tier-1) und wird vom Staatssekretariat für Wirtschaft SECO gefördert. Der Fokus liegt auf der Zusammenarbeit zwischen Marken und Lieferanten. Jetzt teilen wir erstmals wichtigsten Erkenntnisse, die allen AkteurInnen helfen können. Hier eine Kurzübersicht:
- Vertrauen und langfristige Zusammenarbeit sind zentral
In partnerschaftlichen Beziehungen sind Lieferanten eher bereit, verlässliche Daten zu teilen und gemeinsam mit Marken Lösungen zu entwickeln.
- Roadmaps und gemeinsam definierte Verantwortlichkeiten schaffen Klarheit
Eine klar definierte Roadmap sowie abgestimmte Zuständigkeiten zwischen Marken und Lieferanten legen Prioritäten, Zeitpläne und nächste Schritte fest.
- Harmonisierung von Definitionen und Methoden sind wichtige Grundlage
Einheitliche Begriffe und eine abgestimmte Methodik zur Berechnung von existenzsichernden Löhnen (z. B. Ankermethode erhöhen Vergleichbarkeit und Transparenz.
- Datenqualität braucht Vertrauen und gemeinsame Abstimmung
Audit-Daten kombiniert mit direkten Fabrikumfragen und gemeinsame Validierung von Marken und Lieferanten liefern belastbare Grundlagen.
- Operative Umsetzungen und Pilotmassnahmen sind nötig – plus systematische Evaluation
Massnahmen und Verbesserungen (z. B. Produktionsplanung) sollen gemeinsam mit Partnerfabriken getestet und systematisch ausgewertet werden.
- Interne Abstimmung macht Lohnziele umsetzbar
Buy-in und Koordination zwischen Einkauf, Produkt, Finanzen und Nachhaltigkeit sind Voraussetzung für die erfolgreiche Umsetzung.
- Kontext beachten
Lokale Rahmenbedingungen, Arbeitsmarkt und politische Strukturen beeinflussen die Machbarkeit und sollten sorgfältig berücksichtigt werden.
- Peer Learning
Die Zusammenarbeit von Marken mit gemeinsamen Lieferanten gilt als wichtiger Hebel für Vertrauen auf Fabrikebene und gegenseitiges Lernen. Learnings sollten dokumentiert und verbreitet werden, um die Umsetzung und Skalierung zu ermöglichen.
Von Erkenntnissen zu Wirkung
Die erste Phase des Projekts zeigt deutlich: Der Weg zu existenzsichernden Löhnen erfordert klare Strategien, Vertrauen, harmonisierte Ansätze und enge Zusammenarbeit. Für AkteurInnen bietet die Teilnahme an solchen gemeinsamen Engagements die Chance, von kollektivem Wissen zu profitieren, Ressourcen zu bündeln und gemeinsam grössere Wirkung zu erzielen.
Nach Abschluss von Phase 1 (Ende 2025) ist eine zweite Phase von 01/2026 bis 12/2027 geplant, um die gewonnenen Erkenntnisse zu vertiefen und weitere Fortschritte zu erzielen.
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